Als Hedgefonds werden Investmentfonds bezeichnet, die nahezu keinen Richtlinien unterliegen. Sie können alle vorhandenen Anlageklassen nutzen, angefangen von der Aktie bis hin zu Optionsscheinen und Derivaten. Durch diese Ausnutzung der Wertpapiergattungen sind Hedgefonds deutlich risikobehafteter als anderen Investmentfonds, erzielen auf der anderen Seite jedoch, sofern die Strategie des Fondsmanagers aufgeht, deutlich höhere Erträge.
Diese Erträge sollen durch Kreditaufnahmen weiter gesteigert werden. Somit muss nur wenig Eigenkapital eingesetzt werden, um Wertpapiere kaufen zu können. Die Kredite werden zudem in Regionen aufgenommen, in denen das Zinsniveau sehr gering ist, etwa in Japan oder in der Schweiz. Durch diese Konstruktionen wird jedoch weiteres Risiko erzeugt, da die Währungen an Wert verlieren und die Investments nicht den gewünschten Ertrag erzielen können.
Eine mögliche Strategie des Hedgefonds ist der Leerverkauf von Aktien. Hierbei werden Aktienbestände verkauft, die noch nicht im Depot des Fonds vorhanden sind. Der Fondsmanager spekuliert hierbei auf fallende Kurse, um die Aktien zu einem späteren Zeitpunkt günstiger einkaufen zu können. Diese Geschäfte können nicht nur mit Aktien, sondern auch mit Rohstoffen oder Fremdwährungen erfolgen. Hedgefonds nutzen zudem die unterschiedlichen Kurse verschiedener Handelsplätze. So wird ein Wertpapier in Frankfurt gekauft, nur Sekunden später erfolgt der Verkauf in London oder New York zu einem günstigeren Kurs.
Durch die Freiheit der Anlagen sind Hedgefonds prinzipiell für jeden Anlagetyp geeignet. So können Hedgefonds mit einer konservativen Strategie auch für sicherheitsorientierte Anleger geeignet sein. Das Ziel dieser Fonds sind gleichbleibend hohe Erträge, auch in Zeiten fallender Kurse und negativer Marktvorgaben. Diese Ziele konnten in der Vergangenheit von einigen Hedgefonds erreicht werden.
Der Erfolg eines Hedgefonds ist in erster Linie abhängig vom Fondsmanager, den dieser legt die Strategie fest und nennt Zeitpunkt von Kauf und Verkauf der Wertpapiere. Aus diesem Grund sollten für die Anlage nur Hedgefonds mit erfahrenen Fondsmanagern gewählt werden.
Durch die Ausnutzung der verschiedenen Wertpapierklassen muss der Fondsmanager aber auch von einer festgelegten Anlagesumme ausgehen. Daher werden Hedgefonds in der Regel als geschlossene Fonds ausgegeben, deren Anlagedauer meist einige Jahre beträgt. Der Verkauf der Fondsanteile ist vor der Liquidation des Fonds nur über einen Zweitmarkt möglich. Die dort erzielbaren Preise richten sich nach Angebot und Nachfrage und somit vorrangig nach der bisher erzielten Performance des Fonds.
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